Unser Fachwissenblog

Themen aus Ihrem Bereich

Fachwissen von Fachleuten für Fachleute

  • RÖWAPLAN AG

Wi-Fi 6 - Neue Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur

Aktualisiert: 20. Nov 2020

Autoren: Michael Gradwohl, Tobias Koudelka


Wi-Fi 6 ist in aller Munde und kommt mit großen Schritten auf uns zu. Der neue Standard IEEE 802.11ax im Wireless LAN verspricht mehr Bandbreite und bessere Performance für Datenübertragungen. Um den neuen WLAN-Standard bzw. Wi-Fi 6 zu realisieren und umfänglich nutzen zu können, ist der Aufbau oder Austausch von Access Points notwendig. Doch der reine Austausch von Access Points, ist nur die halbe Wahrheit.

Wi-Fi 6 UND IEEE 802.11AX - WO IST DER UNTERSCHIED?


Die Begriffe Wi-Fi 6 und IEEE 802.11ax beziehen sich auf dieselbe Generation von WLAN-Technik. Durch das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) werden die technischen Spezifikationen des neuen Standards definiert. Die Produkte der Hersteller, die den IEEE 802.11ax-Standard integriert haben, werden jedoch von der IEEE nicht weiter auf Interoperabilität geprüft. Diese Aufgabe übernimmt die Wi-Fi Alliance (WFA). Die WFA ist ein Netzwerk vieler Firmen aus verschiedenen Branchen, die die Einführung von Wi-Fi 6 weltweit vorantreibt. Diese Allianz zertifiziert die Produkte durch das Testen verschiedener Systeme in unterschiedlichen Kombinationen. Diese Tests werden von unabhängigen Prüflaboratorien durchgeführt, die bei einem erfolgreichen Test eine Zertifizierung vergeben dürfen, was durch das Logo der Wi-Fi Allianz auf dem getesteten Produkt kenntlich angebracht wird.

WAS IST DER BENEFIT VON Wi-Fi 6?


Der maßgebliche Vorteil von Wi-Fi 6 ist die hohe Übertragungsgeschwindigkeit. Die theoretische Geschwindigkeit von bis zu 6 Gbit/s ist jedoch von vielen Faktoren abhängig.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Standard IEEE 802.11ax auf den Vorgänger Standard IEEE 802.11ac aufbaut und somit viele technische Grundlagen übernimmt, wie z. B. das MU-MIMO Verfahren, die 8x8 Antennentechnik oder die 160 MHz Kanalbreite. Diese Faktoren und weitere ermöglichen eine sorglosere Migration beim Access Point-Tausch.


Die moderne Technologie Wi-Fi 6 unterstützt auch zukünftig besser technologische Vorhaben, wie z. B. den Aufbau von Smart Buildings. Ein weiterer Benefit, welcher mit positiver Skepsis betrachtet werden sollte, ist das Thema IoT (Internet of Things). Der neue Standard ist prädestiniert und darauf ausgelegt, dass ein Access Point viele Clients versorgen kann. Somit steht dem Gedanken „Mobility 4.0“ nichts mehr im Wege. Dies ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da nicht jedes Endgerät den notwendigen Sicherheitsstandards entsprechen kann.

DIE RICHTIGE POSITION


Da der neue Wi-Fi 6 Standard dem Vorgänger IEEE 802.11ac sehr ähnelt, können größtenteils die Positionen der bestehenden Access Points übernommen werden. Grundlage hierfür ist jedoch, dass die bestehende Infrastruktur bereits auf den Standard IEEE 802.11ac ausgelegt ist.


Ein ebenso wichtiger Aspekt ist die Kollisionsprüfung mit anderen Funksystemen.

Durch das erhöhte QAM-Verfahren (Quadratur-Amplituden-Modulation) ist Wi-Fi 6 störanfälliger als seine Vorgänger.


Themen wie die organisatorische Funkhoheit und die Spektralanalyse eingesetzter Funksysteme, innerhalb des Unternehmens bekommen zukünftig eine viel höhere Priorität. Deren Umsetzung ist zu empfehlen.

SPIELT DER REST VOM NETZWERK MIT?


Da der neue WLAN-Standard Bandbreiten weit über 1Gbit/s ermöglicht, bedeutet dies zwangsläufig, dass auch der Anschlussport am Switch-System, an dem der Access Point angeschlossen ist, höhere Bandbreiten unterstützen muss. Da der klassische Access Switch bisher in der Regel den 10/100/1000-BaseT-Anschluss zur Verfügung stellte, an dem Client-Systeme wie auch Access Points angeschlossen wurden, hierfür aber nicht mehr eingesetzt werden kann, ist die Konsequenz, dass bei einem Rollout von Wi-Fi 6 ggf. auch LAN-Komponenten getauscht werden müssen, um die volle Performance der Access Points in das kabelgebundene Netzwerk übertragen zu können.

Seit längerer Zeit bieten verschiedene Hersteller von Netzwerkkomponenten auch die entsprechende Lösung in Form von Multi-Rate Ethernet Switchen an. Hier stellen die Anschlussports am Switch Bandbreiten von 1 Gbit/s, 2,5 Gbit/s, 5 Gbit/s und 10 Gbit/s zur Verfügung. Die Wi-Fi 6 Access Points besitzen entsprechende Multi-Rate Ethernet Ports, um die Bandbreiten der Funkübertragung auch in das lokale Netzwerk zu übertragen.

Höhere Bandbreiten für den Anschluss von Access Points bedeuten aber nicht zwingend eine notwendige Erhöhung der Bandbreiten-Uplinks der Switche in den Backbone. Durch eine professionelle